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Das Jugendhaus WEST möchte die vielfältigen jugendkulturellen Interessen, beispielsweise in den Bereichen Rock, Pop, HipHop, Techno, Punk aufgreifen und zu einem Angebotsschwerpunkt der Einrichtung machen. Zielsetzung dieser Jugendkulturarbeit ist die Förderung jugendkultureller Interessen. Die Besonderheit dieses jugendkulturellen Ansatzes ist es, nicht an den Defiziten der Jugendlichen anzusetzen, sondern an ihrem Können – an ihren Stärken. Im Mittelpunkt der Jugendszene im Jugendhaus WEST stand bisher verstärkt der Bereich HipHop. Die HipHop Szene zeichnet sich durch die Bereiche Skaten, Graffiti, Musik und Tanzen aus.
Das jugendkulturelle Interesse dieser Szene eignet sich als Instrument, um viele Jugendliche zur Mitarbeit und Selbständigkeit zu motivieren. Die Jugendlichen sind bereit sich ehrenamtlich in diesem Bereich zu engagieren und ihre positiven Fähigkeiten zu präsentieren. Durch die ehrenamtliche Arbeit und die Auftritte wird das Selbstvertrauen der Jugendlichen gestärkt Durch diese Erfahrung entsteht ansatzweise im positiven Sinn ein Gefühl von Stolz und Teamgeist. Die Kulturszene eröffnet den Jugendlichen Handlungsmöglichkeiten, in diesem Bereich ist die Mehrheit der Jugendlichen bereit aktiv zu werden und ihre Fähigkeiten einzubringen. Unter diesem Aspekt ist es sinnvoll jugendkulturspezifische Angebote im Rahmen der Jugendarbeit anzubieten.
Dem Interesse am Tanzen wird im Jugendhaus WEST einerseits durch die Bereitstellung von Tanzproberäumen und andererseits durch entsprechende Kursangebote im Bereich Breakdance und Streetdance entsprochen. Trainer unterstützen die Gruppen bei ihrem schweißtreibenden, artistisch-akrobatischen Sportaktivitäten. Neben diesen angeleiteten Trainingsstunden eignen sich die Jugendlichen individuelle Tanz-Formationen in einem fast täglichen selbst beherrschten Training an.
Die unterschiedlichen Tanzstile umfassen ein Spektrum von roboterhaften, abgehackten, pantomimischen, über artistisch-akrobatischen, bis hin zu choreographisch einfallsreichen, synchronischen Bewegungen. Durch diese Vielfalt an Bewegungsabläufen ist für jeden Jugendlichen entsprechend dem Körperbau und der Fitness eine passende Bewegungsrichtung dabei. Obwohl es vor allem männliche Jugendliche sind, die als Tänzer auftreten nehmen auch Mädchen am Tanztraining des Jugendhauses teil.
Neben dem Raumangebot verfügt das Jugendhaus WEST über einen umfassenden Multimedia-Bereich. An einem Musikrechner besteht für Musikgruppen die Möglichkeit ihre eigenen Beats zu kreieren. Die Tanzgruppen können sich an diesem PC ihre Showmusik zusammenmischen. Darüber hinaus stehen den Jugendgruppen entsprechende Hard- und Software-Komponenten für ihre Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. die Plakat- und Flyergestaltung, Webgestaltung, Bildbearbeitung, Videobearbeitung usw. zur Verfügung.
Für die Durchführung jugendkultureller Angebote ist es schwierig, fachkundige Mitarbeiter und notwendige Sachmittel aufzutreiben. Ein entsprechender Etat zur Förderung der Jugendkultur steht dem Jugendhaus bzw. dem Jugendamt Erlangen nicht zur Verfügung, sodass diese Arbeit überwiegend von Sponsorleistungen abhängig ist.
Neben dieser unsicheren Finanzierung bestehen erhebliche Schwierigkeiten bei der Suche nach kompetenten Anleitern, die bereit sind eine fachkundige Förderung im Bereich der Jugendkultur anzubieten. Natürlich gibt es viele Personen, die entsprechende handwerkliche, sportliche, künstlerische Fähigkeiten in den jugendkulturellen Bereichen mitbringen. Die Jugendkulturarbeit benötigt jedoch Anleiter, die durch ihre Werthaltung und Kenntnisse auch eine kritische Auseinandersetzung mit der entsprechenden Jugendkulturszene ermöglichen. Jugendszenen, die sich aus einer Rebellion gegen gesellschaftlichen Strukturen entwickeln sind ambivalent zu bewerten.
Die HipHop-Szene beinhaltet beispielsweise einerseits gesellschaftskritische, emanzipatorische, antirassistische..., als auch gewaltverherrlichende, suchtgefährdende und kriminelle Haltungen. Speziell die Graffiti-Szene zeichnet sich durch massive Herrschaftsstrukturen aus. In der Jugendarbeit dürfen nur diejenigen Elemente der Kulturszene gefördert werden, die den Jugendlichen positive Handlungsmöglichkeiten ermöglichen. Dieser Arbeitsansatz, nicht die Gesamtheit einer Jugendkulturszene unkritisch zu fördern, setzt eine kontinuierliche Begleitung der Szene und das Angebot von präventiven Maßnahmen voraus, damit keine unkritische Nachahmung von negativen Verhaltensmustern erfolgt.
Jugendkulturarbeit ist also mehr als nur nette kulturelle Veranstaltungen für Jugendliche zur Konsumierung zu organisieren. Sie beinhaltet kontinuierliche Unterstützung und Begleitung von Jugendszenen. Darüber hinaus umfasst sie die kritische Auseinandersetzung mit negativen Begleiterscheinungen der jeweiligen Szene.
Die WEST JAM steht unter dem Motto „Kultur von Jugendlichen – für Jugendliche“ und ist ein Höhepunkt der Erlanger HipHop-Szene. Eine weitere jugendkulturelle Veranstaltung des Jugendamtes Erlangens war die diesjährige hoffentlich nicht einmalige Jugendnacht. Die Besonderheit dieser Veranstaltung machte für die jugendlichen Künstler die Örtlichkeit aus. Bei der Jugendnacht konnten verschiedene Jugendgruppierungen aus der lokalen Musik- und Tanzszene ihr Können zur Schau stellen, aber nicht wie gewöhnlich abseits unter sich, sondern in der Mitte der Erlanger City im Focus einer breiten Öffentlichkeit.
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