Nürnberger Uferbeschlächt
Das Ufer künstlich
angelegter Grabenverläufe oder Teichanlagen wird in der Regel sehr steil
angelegt. Deshalb ist ein Schutz des Uferverlauf notwendig. In Nürnberg wurde
bereits im ausgehenden Mittelalter der Uferverbau mit Holzplanken entwickelt.
Dieses „Nürnberger Uferbeschlächt“ verhinderte ein Abbröckeln des
sandigen Ufers.
Die technische Einfachheit
und Beständigkeit der Baumaßnahme besticht sicherlich. Die ökologischen
Nachteile wiegen jedoch mindestens genauso schwer: Das Ufer ist normalerweise
ein Übergangsbereich zwischen Wasser und Land. Amphibien sind auf flache Ufer
angewiesen, um das Wasser wieder verlassen zu können. Der flache Uferbereich
mit wechselnden Wasserständen stellt an einem natürlichen Gewässer eine
artenreiche Verlandungszone dar. Im Klein- und Großröhricht finden Wasservögel
Brutmöglichkeiten und Libellen Jagdreviere
wie auch Möglichkeiten der Eiablage.
Deshalb wurde begonnen, an
geeigneten Stellen das Uferbeschlächt
abzusenken und einige Meter in den Teich hineinzuverlagern. Dadurch wird
weiterhin die Kraft des anströmenden Wassers gebrochen und das Ufer geschützt,
aber es entsteht zusätzlich eine flache Ruhewasserzone zwischen Holzverbau und
Ufer. Dort kann sich eine naturnahe Röhrichtvegetation mit all den dazugehörigen
Tierarten entwickeln.