Geschichte

Die Firma Dornier verwendete schon früh Doppelanordnungen mit  zwei Motoren in Zug- und Druckanordnung bei ihren Flugbooten. Diese Anordnung mündete 1937 in einem Patent für ein Flugzeug, in dem der Pilot zwischen zwei Motoren sitzen sollte. Der hintere Motor sollte die Druckschraube über eine Fernwelle antreiben.
Das erste Mal erprobt wurde diese Druckschraubenauslegung in der Göttingen Gö 9, einer im Masstab 1 : 2,5 verkleinerten Do 17, gebaut bei Schempp-Hirth in Nabern in Holzbauweise. Der Fernwellenantrieb bewährte sich im Flugbetrieb.
1942 wurde für die Ausschreibung eines Schnellbombers die P.231 , ein Tiefdecker mit Kreuzleitwerk, Dreibeinfahrwerk, angetrieben von zwei Motoren DB 605 E konzipiert. Sie sollte eine Spannweite von 15 m und eine Länge von 12,9 m haben.
Die tatsächlich gebaute Do 335 A hatte eine Spannweite von 13,8 m und eine Länge von 13,85. Sie war komplett aus Metall hergestellt, hatte am 26.10.1943 ihren Erstflug und erreichte in Bodennähe eine Geschwindigkeit von 640 km/h.
Während der Erprobung gab es immer wieder Probleme mit dem Bugfahrwerk und Brände des hinteren Motors. Die schnellste Maschine erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 775 km/h, was sie zum schnellsten Kolbenmotorflugzeug des Krieges machte. Eine Nachtjagdversion mit einem überhöhten Sitz für den Funker wurde ebenfalls in wenigen Exemplaren gebaut. Insgesamt wurden 32 Maschinen bis Kriegsende fertiggestellt, 3 weitere unter alliierter Regie nach Kriegsende. Ein Exemplar hat überlebt, wurde bei Dornier restauriert, eine Zeit lang im Deutschen Museum ausgestellt und ist nun vom Smithonian Institute in Washington eingelagert worden.
Einen detailierten Überblick über sämtliche Maschinen bietet das Buch
"Vom Original zum Modell" von K. H. Regnat.
Im Web sind zwei hervorragende geschichtliche Überblicke vorhanden, die man unter
"Links" findet.
     
  Erstflug  Transport des Rumpfes zum Erstflug der Do 335 V1 (WerkNr. 2300), der am 26. 10.1943 in Mengen/Württ.stattfand.
Die Maschine trug das Kennzeichen CP+UA. Unter der geöffneten Verkleidung ist des Heckmotor DB 603E und die Fernwelle zu erkennen, der Heckpropeller ist noch nicht montiert.
  V1  Der Frontmotor DB 603E kann als ganze Einheit vom Brandschott abgenommen und ausgetauscht werden. Bei der Maschine handelt es sich ebenfalls um die V1.
  V1  Die V1 ist an den runden Radabdeckungen zu erkennen.
  V1 im Flug  Die V1 im Flug.
  V11  Die V11, eine doppelsitzige, unbewaffnete Trainerversion. Statt des Haupttanks wurde ein kleinerer, L-förmiger Tank eingebaut, um Platz für den überhöhten Sitz des Fluglehrers zu schaffen.
  V17  Die V17 (Werknr. 240 313), eine zweisitzige Do 335 B-6 Nachtjägerversion nach einem missglückten Rollversuch am 27.11.1947 in Bretigny (Fr). Die Maschine wurde nach Kriegsende in Mengen unter französischer Regie fertiggestellt, hatte ihren Erstflug am 2.4.1947 und wurde anschließend nach Frankreich geflogen.
  V17  Der Messfunker hatte seinen Platz unter einer klappbaren Abdeckung hinter dem Piloten. Entgegen vieler Berichte war keine Nachtjagdversion mit überhöhten Cockpit geplant, da diese erheblich langsamer war.
  V17  Die V17 (Werknr. 240 313), wird in Bretigny verchrottet.
  V14  Das Cockpit der B-Serie unterschied sich u.a. durch die geteilte Panzerglasfrontscheibe von der A-Serien. Hier handelt es sich um das Cockpit der V14.
  V14  Bei der V14 handelte es sich um die Zerstörerversion B-2 mit zwei zusätzlich MK 103 in den Flächen. Die Maschine wurde von den Franzosen in Mengen erbeutet, instandgesetzt und noch 1945 zu Tests nach Frankreich geflogen.
  V14  
  V11  
  Cherbourg  Im Juli 1945 werden die beiden Einsitzer Werknummer 240101 und 240102 in Cherbourg auf die HMS Reaper in Richtung Newark, New Jersey verladen. Die 240102 ist die letzte erhaltene Maschine und lagert heute, nachdem sie Mitte der Siebziger bei Dornier restauriert wurde, wieder zerlegt in Washington.
  HMS Reaper  Die Maschinen wurde zum Schutz gegen Witterung und Salzwasser mit einem Kunststoffüberzug namens "Eronel", der aufgespritzt wurde, überzogen. Eine Do 335 sieht man hinter den beiden Me 262 und der Ta 152, die andere hinter der He 219 Auf der HMS Reaper waren neben den beiden Do 335, zehn Me 262, zwei Ar 234, drei He 219, neun FW 190, zwei Ta 152, drei Bf 109, eine Me 108, eine Ju 338, eine Ju 88, ein Doblhoff Düsenhelikopter und zwei Flettner Fl 262 Hubschrauber.
  Do 335 Werknummer 240102  Die Do 335 Werknummer 240102 lagerte lange Jahre im Freien in Washington. Das sieht man ihr an...
  Do 335 Werknummer 240102  Am 10.10.1974 wurde die 102 mit einer Boeing 747F von New York nach Frankfurt geflogen. Von dort ging es mit zwei Transall weiter nach Oberpfaffenhofen, von wo aus sie 29 Jahre vorher in Richtung USA gestartet war.
Das Bild zeigt die Entladung in Frankfurt.
  240102  Die Do 335 Werknummer 240102 nach der Restaurierung.
Die Fotos stammen aus dem Jahr 1978, als die Maschine in München ausgestellt war.

Vielen Dank an T. Genth für die Bilder. Seine Seiten sollte man unbedingt gesehen haben.
Ab dem Jahr 2002 soll ein Neubau in Washington fertig sein, in dem die Maschine wieder komplett zu sehen sein soll.
  240102   
  240102   
  240102   
  DB 603E  Die 12 Zylindermotoren DB 603E hatten einen Hubraum von 44,5 l und gaben kurzzeitig eine Spitzenleistung von ca. 2000 PS ab. Der Motor war mit zwei Reihen hängender Zylinder in 60 Grad V-Anordnung ausgestattet. Rechts ist der Lader zu sehen, links das Untersetzungsgetriebe.
  Schleudersitz  Der Schleudersitz wurde mit Druckluft angetrieben. Er schleuderte den Piloten auch bei 700 km/h noch sicher über das Seitenleitwerk und den Heckpropeller (der aber auch absprengbar war).
  Internationalen Luftfahrtmuseum Villingen-Schwenningen  Im Internationalen Luftfahrtmuseum Villingen-Schwenningen entsteht derzeit ein Nachbau der Do 335

 
 

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