Das Land des Weltgebetstages 2003 bringt
in Erinnerung, daß dort ganz in der Nähe die "Wiege des Christentums"
stand. Viele der heute existierenden christlichen Gemeinschaften gehen auf das
Urchristentum zurück. Im heutigen Libanon gibt es keine Staatsreligion,
doch 18 anerkannte Religionsgemeinschaften: 60% Muslime (davon 32% Schiiten,
21% Sunniten, 7% Drusen), 40% Christen - 25% davon Maroniten, sowie eine kleine
jüdische Gemeinde. Der Libanon hat den größten christlichen
Bevölkerungsanteil in der Region und ist das einzige arabische Land mit
einem christlich-maronitischen Staatsoberhaupt. Alle Lebensbereiche werden stark
von der Religions- und Konfessionszugehörigkeit bestimmt. Es gibt beispielsweise
keine Zivilehe; bei Heiraten zwischen Angehörigen verschiedener Religionen
muß eine oder einer konvertieren. Im Ausland geschlossene Zivilehen werden
jedoch allgemein anerkannt.
Neben ca. 4 Millionen Libanesen leben rund 1 Million Syrer, je 50 000 Arbeiter und Arbeiterinnen aus Sri Lanka und den Philippinen im Land und seit 1948 ca. 400 000 palästinensische Flüchtlinge unter schwierigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bedingungen in 12 Lagern. Die Folgen von 15 Jahren Bürgerkrieg (1975-1990) und israelischer Besatzung des Südlibanon (1982-2000) prägen die Krisen der Wirtschaft. Der Wiederaufbau der Hauptstadt Beirut, wohin alle Gelder fließen, ist noch immer nicht abgeschlossen; hohe Staatsverschuldung und Korruption sind Hauptursache für Arbeitslosigkeit (50% in manchen Regionen) und das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich. Es gibt viele Millionäre, aber die Hälfte der Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze, und in der Landwirtschaft kämpfen die Bauern ums Überleben. Die schwierige wirtschaftliche Situation und die unsichere Lage im Nahen Osten drängt viele der sehr gut ausgebildeten Libanesen zur Auswanderung.
Es gibt keine staatliche Schulpflicht, doch legen Libanesen großen Wert auf Bildung, deshalb sparen und zahlen sie viel Geld für Privatschulen und -universitäten. Für die Ausbildung von Mädchen reicht jedoch das Geld oft nicht.
Internationale Hilfe kommt nach dem Bürgerkrieg für den Wiederaufbau, der Fortführung von Ausbildungsprogrammen für Frauen und Unterstützung von Palästinenserinnen in den Lagern.
Zum Weltgebetstag gibt es im Dritte Welt Laden Produkte, die im Libanon hergestellt und fair gehandelt sind: Gewürze, Bulgur, Sesampaste, Kichererbsen, Pinienkerne, Olivenöl, Süßigkeiten, und ein Kochbuch "Libanesische Köstlichkeiten". |