Eine kleine und unvollständige Chronik des Dritte Welt Ladens


1981    1982    1983    1984    1986    1987    1988    1989    1990    1991    1992    1993    1994    1995    1996    1997    1998    1999    2000    2001

1981 Nach oben

Entstanden aus der Aktion "Septemberweizen" wird am 27. November um 10 Uhr der Erlanger Dritte Welt Laden eröffnet. Neben dem Oberbürgermeister und dem Dekan nimmt auch die Erlanger El Salvador Gruppe mit der Verschleppung eines Campesinos an den Feierlichkeiten teil.
Die Waren werden in den ersten Jahren mit dem Auto aus dem gepa-Regionallager in Seligenstadt geholt. Der Laden tritt der Arbeitsgemeinschaft der 3. Weltläden und dem Diakonischen Werk Bayern bei.

1982 Nach oben

Der Laden beteiligt sich (u.a. mit der Lieferung von 1000 Jutetaschen) an "Grün 1982" in Erlangen und es entsteht die erste Auflage der legendären Broschüre "Bananen – ein Beispiel für Nahrungsmittelimporte".
In dieses Jahr fällt auch unsere erste Bestellung von Textilien in Dehra Dun – viele weitere folgen. In dieses Jahr fällt auch unsere erste Diskussion "Ist die gepa noch tragbar?" – viele weitere folgen.

1983 Nach oben

1983 erhalten wir ein Warenlager im Keller der ESG und unterstützen mit 3000 DM unser erstes Projekt, eine Initiative zur Reinigung eines peruanischen Sees von Wasserhyazinthen.

1984 Nach oben

1984 läuft die Aktion "Stopp für gefährliche Pharmaexporte" von der noch Jahre später ein riesiger "Medizinmann" im Laden kündet. Im völlig unbekannten Amperpettenbach beteiligen wir uns an der Gründung der Bayerischen 3. Welt-Handels-Genossenschaft.
Nach heißen Diskussionen wird unser Grundsatzprogramm verabschiedet, dessen Lektüre wir auch heute noch empfehlen.

1986 Nach oben

1986 findet die Aktion "Rohstoff Wasser" mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Filmen und Ausstellungen statt und wir unterstützen ein Wasser(was sonst)-projekt in San Carlos mit 5000 DM. Auch erscheint unser erster Ladenbrief.

1987 Nach oben

Trotz der eher ernüchternden Bilanz unserer Aktion "Rohstoff Wasser" vom letzten Jahr veranstalten wir gleich wieder eine Kampagne, diesmal zum Thema Futtermittel.

1988 Nach oben

1988 kommt es knüppeldick: wir beteiligen uns an Interlit 2, unter anderem mit einer Plakataktion und Lesungen, erstellen die Broschüre "Basisgesundheitsversorgung in der Dritten Welt" und machen bei der Anti-IWF-Kampagne "Hunger ist kein Schicksal – Hunger wird gemacht" mit.
Der Laden verkauft zum ersten mal Bananen und unterstützt die AG Nicabananen in Gelnhausen bei dem Vertrieb der verfemten Südfrüchte in Franken. Auch wurde unsere Gewerbeanmeldung nachgeholt, da diese in den Gründungswirren glatt vergessen wurde.
Und schließlich, nach langen Diskussionen über unser Verhältnis zur Lohnarbeit im allgemeinen und deren Verhältnis zum Ehrenamt im speziellen, richten wir unsere erste hauptamtliche Stelle ein.

1989 Nach oben

1989 zeigt uns zunächst die Berliner Compagnie ihr Theaterstück "Daimler Benz in Südafrika". Wir treten dem BUKO bei und veranstalten an der VHS unseren ersten politischen Kochkurs.

1990 Nach oben

1990 findet unsere Veranstaltungsreihe zum Thema "Frauen und Arbeit" statt. Wir treten dem bayerischen Buchhandelsverband bei und erhalten die wunderschöne Verkehrsnummer 20967. Nach harten Diskussionen über den Sinn und Unsinn des Handels von Südfrüchten in den gemäßigten Breiten beenden wir den Verkauf von Bananen für die nächsten 10 Jahre.

1991 Nach oben

1991 ist unser 10-jähriges Jübilaum. Dies feiern wir mit dem Theaterstück IXOC der Gruppe teatro vivo, einer Lesung mit Francis Bebey und einem Konzert von Grupo Sal und Dietmar Schönherr. Wir machen eine Plakataktion, die für einiges Aufsehen sorgt.
In diesem Jahr können über 45000 DM an Projekte weitergeleitet werden, darunter alleine 27000 DM für San Jose las Flores in El Salvador.

1992 Nach oben

1992 steht ganz im Zeichen der "500 Jahre Kolonialismus" Kampagne. Darüber hinaus findet eine Südafrika-Ausstellung und eine Diskussionsveranstaltung mit Elmar Altvater statt. Der Laden wird Mitglied im BUKO-Koordinierungsausschuß und führt seinen ersten Eigenimport von Nicaragua-Hemden durch.

1993 Nach oben

1993 beteiligen wir uns an Interlit 3 und der O Brasil – Ausstellung. Das neu gegründete Infobüro gegen Rassismus richtet sich im Laden ein und wir beginnen den Umtausch von Lebensmitteln aus der Asylbewerber-Zwangsverpflegung. In keinem unmittelbaren Zusammenhang dazu steht die Einführung von Transfair-Kaffee in den Supermärkten.

1994 Nach oben

1994 bekommt das Infobüro gegen Rassismus eine ABM-Stelle, die nacheinander von Christoph, Markus und Ulla ausgefüllt wird. Wir machen die Plakataktion "Offene Grenzen für alle" und drucken gleichlautende T-Shirts.
Die Handelsausweitungs- und Professionalisierungsbemühungen von gepa und AG3WL werden von uns heftig diskutiert und führen schließlich zu unserem Austritt aus der AG3WL.

1995 Nach oben

1995 findet die Aktion "1+1 mit Arbeitlosen teilen" statt. So werden in diesem Jahr die "Faustregeln für KonsumentInnen" neu erarbeiten und die Veranstaltungsreihe "Aufgeben? Nie! Wir Frauen bewegen die Welt" findet statt.
Es beginnt die Idee eines "neuen Ladens" herumzuspuken. Zunächst stellen wir uns aber auf unserem ersten Ladenseminar in Eschenbach die Frage: "Arbeit im Dritte Welt Laden – wie geht's weiter?".

1996 Nach oben

1996 gibt sich zunächst kulturell mit Lesungen von Chenjerai Hove und Ernesto Cardenal sowie den Ausstellungen "Labyrinth Fluchtweg" und "Abenteuer Ehe".
Harte Auseinandersetzungen gibt es jedoch um die Zukunft des Ladens. Die Frage nach Professionalisierung und Handelsausweitung wird sehr intensiv und kontrovers diskutiert. Ein "neuer Laden" mit einer veränderten Handelskonzeption kommt jedoch für die Mehrheit unserer MitarbeiterInnen schließlich nicht in Frage.

1997 Nach oben

Ein Ergebnis unserer Ladendiskussion ist ein kleiner Ladenumbau – noch heute suchen KundInnen unsere Kasse in der hinteren Ecke, in der sie fast 17 Jahre gestanden hat. Unsere Ausstellung "Das ist doch nicht rassistisch…" findet viel Beachtung, unsere Beteiligung an Interlit 4 eher weniger.

1998 Nach oben

1998 liest und rapt Lesego Rampolokeng. Wir machen eine Veranstaltung zum Thema "Was kann denn dieser Mensch dafür, dass er nicht ist so weiß wie ihr?" und nehmen uns auf unserem Seminar des Themas "Erlassjahr 2000" an. Dies mündet.

1999 Nach oben

1999 unmittelbar in die Ausstellung "Schulden streichen – jetzt!". Mit der Veranstaltungsreihe "Saubere Kleidung" geben wir uns das Thema für die nächste Zeit vor.

2000 Nach oben

2000 ganz im Zeichen der Aktion "Fit for Fair". Dabei haben wir mit dem Tanztheater "Antlitz und Schleier" und der Lesung von Sobonfu Some auch kulturelle Höhepunkte gesetzt.
Wenngleich wir in diesem Jahr wieder begonnen haben Bananen zu verkaufen, ist dies nicht das Thema, das uns am meisten beschäftigt – dies ist zweifelsohne unser neues Logo, oder genauer: der Weg dorthin.

2001 Nach oben

2001 schließlich feiern wir unser 20-jähriges Jubiläum.

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