Geschichte

Der Australian Shepherd

Geschichte

Die Rasse Australian Shepherd kommt nicht wie man vielleicht vermutet aus Australien sondern sie ist in Amerika entstanden.

Ein Blick in die Geschichte der Rasse zeigt ungefähr wie es zu dem Namen Australian Shepherd kam, wobei der genaue Ursprung nicht ganz bekannt ist.

Es begann mit der großen Auswanderungswelle Mitte des 19. Jahrhunderts von Europa in die Neue Welt, also nach Amerika und auch nach Australien. Die europäischen Bauern und Schäfer, überwiegend Basken und Engländer aber auch Iren und Deutsche nahmen natürlich auch ihre Hunde mit auf die große Reise, dabei handelte es sich um die Stammhunde der heutigen Hütehundrassen, also Vorfahren des Berger des Pyrenees (Pyrenäenschäferhund), der heutigen Collierassen(Langhaar und Kurzhaarcollie/ Schottischer Schäferhuind), des Old English Shepdogs (Bobtail) unddes deutschen Schäferhundes.

Diese Hunde wurden auf beiden Kontinenten mit einheimischen Hunden verpaart und es entwickelten sich sehr robuste und arbeitsfreudige Hütehunde.

In Australien entstanden aus den Hunden der europäishen Einwanderer die Vorfahren des Australian Kelpies und vermutlich durch Vermischung mit einheimischen Dingos Vorfahren des Australian Cattle Dogs.

Als der Westen Amerikas immer mehr besiedelt wurde und der Bedarf an Wolle in Amerika immer größer wurde, wurden die robusteren Merinoschafe zur Veredelung einheimischer Zuchten aus Australien eingeführt.

Mit diesen Schafherden kamen auch die Schäfer und ihre Arbeitshunde. Diese überaus fähigen, wendigen und flinken Arbeitshunde beeindruckten die amerikanischen Farmer sehr und man kombinierte sie mit den eigenen Arbeitshunden um noch bessere Hütehunde zu bekommen. Da man diese Hunde meist bei den Schafherden aus Australien antraf, nannte man die Hunde einfach Australian Shepherds und blieb dann bei diesem Namen.

Wie bei vielen arbeitenden Rassen wurde zunächst nur auf das Arbeitsvermögen und nicht auf äußere Merkmale der Hunde geachtet. Zunächst war der Aussie im Aussehen noch relativ uneinheitlich, Schönheit hatte keinerlei Bedeutung, das einzige was für die Hundebesitzer zählte war die Leistungsfähigkeit der Hunde, denn nur ein Hund der gute Arbeit leistete, war für die Farmer ein nützlicher Hund.

Durch die Arbeit auf den Ranchen und Farmen entwickelte sich der Aussie zu einem Hund mit Intelligenz, Loyalität und dem Willen seinem Herren zu gefallen. Die Farmer und Rancher wollten keinen Spezialisten wie es der Border Collie an Schafen ist, sondern einen vielseitigen Arbeitshund, einen Alleskönner, den sie zu allen Arbeiten heranziehen konnten. Dazu zählte das Bewegen riesiger Rinder- oder Schafherden unter extremen Wetter- und Geländebedingungen, sowie das Hüten von Enten, Ziegen, Schafen, Pferden und Rindern, ebenso das Verladen von Schweinen, das Einsammeln von Kälbern oder Jungstieren. Genauso gehörte zu seinen Aufgaben das Bewachen von Haus und Hof und als Spielkamerad für die Kinder da zu sein.

Vor diesem Hintergrund entwickelte der Aussie seine funktionelle Größe und seinen guten ausgewogenen Körperbau, der ihm erlaubt jede Arbeit, die ihm aufgetragen wird hervorragend zu erledigen,

In den 50er und 60er Jahren kam dann der Durchbruch für den Australian Shepherd in den USA, erst da wurde die Rasse richtig bekannt.

Der Varietekünstler Jay Sisler führte auf Rodeoveranstaltungen in ganz Amerika eine Hundedressur mit seinen Australian Shepherds vor, die das Publikum begeisterte. Seine trick-dogs konnten auf den Hinterbeinen stehend auf Stangen balancieren, Seil springen, Leitern hinaufklettern und vieles mehr. 

Durch diese Popularität stieg die Nachfrage nach solchen Hunden, Jay Sisler züchtete selbst einige Würfe und seien Rüden wurden vielfach zum Decken der Hündinnen der Viehzüchter eingesetzt. Die Nachkommen seines legendären blue merle Rüden Shorty wurden Gründer der bekanntesten amerikanischen Zuchtlinien. Es kristallisierte sich ein bestimmter Typ Australian Sherpherds heraus, der nun gezielt gezüchtet wurde..

Erst in den 60er Jahren wurde der Rassestandard des Australian Shepherd festgeschrieben . 1957 wurde in den USA der Australian Shepherd Club of America (ASCA) gegründet und seit 1972 führt der ASCA ein eigenes Zuchtbuch für die Rasse, in dem auch die meisten deutschen Aussies registriert sind.

Es gibt in Amerika noch eine zweite zuchtbuchführende Organistation den American Kennel Club AKC.

Nach Deutschland kamen die Aussies in den 70er Jahren, als die ersten Quarter Horses aus den Vereinigten Staten importiert wurden. Die Westernreiter waren von diesen Hunden, die sie auf den amerikanischen Ranches kennenlernten so begeistert, daß sie sie gleich mit den Pferden mit importierten.

Auch in Deutschland gibt es 2 Vereine, die sich ausschließlich mit dem Australian Shepherd befassen                                        .     Den Australian Shepherd Club Deutschland ASCD gegründet 1988 und die Australian Shepherd Association Germany  ASAG gegründet 1994.

Seit 1996 ist der Australian Shepherd in der Federation Cynologique Internationale FCI und damit auch in Deutschland mit dem AKC Standard anerkannt.

Inzwischen haben sich einige Aussiezüchter dem Verband für das deutsche Hundewesen VDH angeschlossen, wobei die Mehrheit der deutschen Aussizüchter mit ASCA-Papieren aus Amerika züchtet und sich einen der beiden deutschen Aussie-Clubs angeschlossen hat, die ihre eigenen Shows und Prüfungen organisieren und auch die Zucht in Deutschland überwachen.

In den letzten Jahren ist der Aussie in Deutschland immer beliebter und bekannter geworden, auch außerhalb der Westernreiterkreise. Viele Hundesportler haben den Aussie für sich entdeckt, auch als Rettungshund, Blinden-, Service- und Therapiehund hat sich der Aussie bewährt. Er ist und bleibt eben ein Allrounder der sich in fast jedes Aufgabengebiet perfekt einfindet, Hauptsache er hat eine Aufgabe. Denn gibt man ihm keine Aufgabe dann sucht er sich eben selbst eine, was wir dann so schön als Unart bezeichnen.

Der Aussie ist leider gerade dabei zu einem Modehund zu avancieren, was für eine Rasse nie von Vorteil ist.

Ein Aussie in den falschen Händen ist eine Sünde. Eine noch größere Sünde ist es einen Aussie ins Tierheim zu stecken, weil man mit ihm nicht fertig wird.

Außerdem ruft das steigende Interesse an Aussie-Welpen, viele unseriöse Züchter oder sogar Hundehändler auf den Plan. Also sollte man sich genau überlegen, wo man sich seinen Aussie-Welpen kauft, denn nur wenn diese skrupellosen Menschen keine Käufer mehr für ihre Welpen finden hören sie damit auf Hunde zu produzieren. Es lohnt sich nicht beim Kauf eines Welpen einige Euros zu sparen, denn das büßt man ein ganzes Hundeleben. Oft fallen hohe Tierarztkosten oder Kosten für die Verhaltenstherapie an,, die die Ersparnis beim Welpenpreis weit übersteigen, abgesehen von der Angst die ein schlecht sozialisierter Hund meist ein Leben lang hat oder die Schmerzen wenn er an HD oder einer anderen Gelenkerkrankung leidet.

Wenn man all dieses bedenkt und sich zuvor gründlich informiert, dann steht dem Traumhund nichts mehr im Weg, und das ist der Aussie “Ein Traumhund”

 

Wenn sie sich noch mehr informieren wollen:

Bücher über den Australian Shepherd

“Der Australian Shepherd” von Ulrich Börner  Kierdorf Verlag

“Australian Shepherd” von Angela Seidel  Cadmos Verlag

“Australian Shepherd - Intelligenz auf vier Pfoten”von Ilse Pelz Oertel & Spörer Verlag

“All about Aussies” von Jeanne Joy Hartnagle     nur in Englischer Sprache´

Internetseiten über den Aussie siehe unter Links  .