Mit dem Rad in die Wallensteinstadt Altdorf

Es lohnt sich ein Ausflug per Rad nach Altdorf. Die Stadt bietet an vielen Plätzen und Straßen noch ein unverfälschtes mittelalterliches Bild. Nicht ohne Grund bildet sie alle vier Jahre die stimmungsvolle Kulisse für die bekannten „Wallensteinfestspiele“.

Die gewählte Route nach Altdorf führt über weite Strecken durch den Reichswald und ist etwa 23 Kilometer lang, der beschriebene Rückweg ist mit ca. 28 Kilometer etwas länger, führt uns aber durch das schöne Schwarzachtal über Feucht nach Nürnberg zurück.

Die Radtour kann mit einer S-Bahnfahrt mit der S 2 (Nürnberg - Altdorf) ideal kombiniert werden. Bei der Nutzung des TagesPlusTicket fährt man am Samstag mit dem Rad nach Altdorf und nach einer ausgiebigen Besichtigung der Stadt mit der S-Bahn zurück. Am Sonntag zuerst mit der S-Bahn nach Altdorf und mit dem Rad über Feucht wieder nach Nürnberg. Für zwei Erwachsene, zwei Fahrräder und nur einer Fahrkarte: Eine schöne und preiswerte Tour am Wochenende.

Karte01Unsere Tour beginnt am Eingangstor des Nürnberger Tiergartens. Wir fahren dort nach rechts die Straße „Am Tiergarten“ entlang. Wir umrunden mit ihr das Tiergartengelände bis sie schließlich an einer Einmündung (km 1,89) von der Asphaltstraße zum Schotterweg wird.

Hier fahren wir in gerader Richtung in den Lorenzer Reichswald hinein. Den Tiergarten lassen wir hinter uns. Auf gelegentlichen hölzernen Wegweisern wird auf das Ziel „Brunn“ gewiesen. Zunächst geht unser Weg eben dahin und steigt nach einigen Kilometern an. Wir treffen unter einer Hochspannungsleitung auf eine Kreuzung (km 6,12). Hier biegen wir mit dem Wegweiser „Valznerweiher“ rechts ab, nach wenigen Metern jedoch wenden wir uns mit der Leitungstrasse nach links. Mit dem Gefälle geht es schnell hinab. Wenn wir den Wald verlassen, sehen wir über einige Wiesen hinweg Fischbach vor uns, das wir wenig später erreichen (km 8,29).

Über die „Fontanestraße“ gelangen wir an die „Fischbacher Hauptstraße“. Wir biegen rechts ab und fahren an der nächsten Einmündung nach links in die „Feuchter Straße“. Auf dieser Straße bleiben wir bis zum Ortsende und fahren dort links. Eine Brücke bringt uns über die Autobahn.

Auf der anderen Seite angekommen (km 9,40), folgen wir dem Wegweiser „Birnthon“ erst nach links und dann nach rechts. Wir bleiben nun auf dem Weg und halten uns bei den folgenden Kreuzungen immer geradeaus. Die Richtung ist erst an einer spitzwinkeligen Abzweigung zweifelhaft, wir folgen dort dem rechten Weg mit der Wandermarkierung „Winkelhaid“.

Karte02Schon nach wenigen hundert Metern treffen wir auf die Straße nach Winkelhaid (km 16,55). Wir queren und setzen unsere Fahrt auf der anderen Seite nach rechts auf einem Radweg fort. Wieder fahren wir über eine Autobahn. Abwärts nähern wir uns Winkelhaid. Nach der Unterquerung der S-Bahn endet unser Radweg und wir müssen auf die Straße wechseln. Wir folgen der Vorfahrtsstraße durch den Ort, bis wir schließlich am Rathaus (km 18,67) angelangen.

Hier biegen wir nach links mit dem Wegweiser „Ludersheim“ ab. Am Ortsende von Winkelhaid beginnt links ein Radweg. Unter einer BKarte03rücke hindurch gelangen wir schon bald in den Ort Ludersheim (km 19,70). Wir folgen der Hauptstraße. Kurz vor dem Ortsende können wir einen Radweg benutzen, müssen aber schon nach wenigen Metern nach rechts in die Straße „In der Ziegelei“ abbiegen.

Hinter einer Kunststofffabrik setzt sich die Straße als Feldweg fort. Wir queren über eine Brücke die Westumfahrung von Altdorf. Durch ein kleines Wäldchen hindurch gelangen wir auf der anderen Seite an den Ortsrand von Altdorf. Links liegt die Schule, rechts von uns eine Tennishalle. Wir queren die „Schulstraße“ und fahren mit der „Austraße“ in Richtung Stadt. An einer Einmündung biegen wir nach links. Wir erreichen einen Parkplatz. Nach links queren wir die Fischbacher Straße und fahren nach rechts vor zur Fußgängerampel. Ein Radweg bringt uns in die Ohmstraße. An ihrem Ende fahren wir mit der Röderstraße nach rechts in die Altstadt von Altdorf (km 23,0) ein.

Während der Zeit der Wallenstein - Festspiele verwandelt sich die Altstadt in ein mittelalterliches Heerlager. Sehenswert sind die Reste der Stadtbefestigung, die evangelische Stadtkirche St. Laurentius, das spätmittelalterliche Rathaus. In der Neubaugasse in den Gebäuden der ehemaligen Universität finden die Festspiele statt.

In der gleichen Straße kann in dem Anwesen Nr. 5 auch das sehenswerte Universitätsmuseum besichtigt werden (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr, Tel. 09187 / 807100 oder 954550).

Zahlreiche Wirtschaften und Cafes laden rund um den Marktplatz zu einer gemütlichen Rast.

Für den Rückweg nach Nürnberg wählen wir eine andere Route. Wir fahren (oder während der Aktivitäten der „Wallensteiner“: schieben) vom Marktplatz (km 0,0) aus über den Schlossplatz (Wegweiser Polizei). Links neben dem Pflegamtsschloss (jetzt ist hier die Polizeiinspektion Altdorf untergebracht), führt vor dem Jugendclub eine schmale Straße auf einen kleinen Parkplatz. An seinem Ende fahren wir geradeaus an den Einrichtungen des Wichernhauses vorbei zur Südumgehung. Hier können wir auf den Radweg auf der anderen Seite wechseln. Nach rechts kommen wir an einer Kreuzungsampel zur Nürnberger Straße. Wir fahren mit der Ampel auf die andere Seite und folgen auf dem Radweg der Straße ortsauswärts. Wir queren die Einfahrt der Anschlussstelle Altdorf / Burgthann und fahren unter der Autobahn hindurch. Vor Weinhof (km 2,46) steigt das Gelände wieder an.

Wir bleiben in Weinhof auf dem Radweg bis zur „Stürzelshofer Straße“. Hier endet der Radweg und wir queren die Straße und fahren links in einem Parallelweg weiter. Schon nach wenigen Metern beginnt dann wieder ein Radweg, dem wir ein kurzes Stück folgen, bis wir links die Ortstafel „Grünsberg“ (km 3,21) sehen.

Nach Grünsberg geht es steil bergab die Straße hinunter. Wir müssen aufpassen, sonst übersehen wir womöglich links den alten Herrensitz. Am Ortsende können wir entweder ein kurzesKarte04 Stück Radweg benutzen oder gleich auf der Straße bleiben. Es geht schon nach etwa 150 Meter nach links in den Wald hinein. Unser Weg führt dort nicht geradeaus, sondern gleich wieder nach rechts in einen schmalen Radweg hinein.

Wenn wir den Wald verlassen, sehen wir links die Schwarzach fließen. Immer geradeaus fahren wir leicht bergab zwischen Fluß und Straße dahin. Wir passieren die Ortstafel „Burgthann“ (km 5,16) und queren danach eine Straßenkreuzung. Auf der anderen Seite setzt sich unser Weg weiter geradeaus fort.

Links über uns sehen wir die ehemalige Burg der Reichministerialen von Thann. Bald kündigt eine weitere Tafel das Ortsende von Burgthann an, der Radweg führt uns in das sich öffnende breite Tal der Schwarzach hinein. Kurz vor Pattenhofen (km 6,45) gabelt sich der Weg. Rechts führt er als Fußweg nach Pattenhofen hinein, wir werden von Wegweisern nach links in Richtung Ochenbruck geschickt. An einer Holzbrücke queren wir die Schwarzach, gleich danach biegen wir in den rechten Weg ein.

Ein schönes flaches Wegstück liegt vor uns. In leichten Mäandern fahren wir in ein herrliches Stück Landschaft hinein. Etwa in Höhe des Weilers Fröschau, den wir rechts auf der anderen Seite der Straße erahnen können, markiert eine Informationstafel den Standort des untergegangenen Weilers Alfalterbach (km 8,57). Die Herrschaftsansprüche um diesen Weiler führten 1502 zur „Schlacht im Wald“, bei der die Reichstadt Nürnberg ein Niederlage gegen die markgräflichen Truppen erlitt.

Jetzt folgt eine kleine Steigung. Wir unterqueren das Viadukt der Bahnstrecke Nürnberg - Neumarkt und gelangen kurz danach an eine Gabelung. Nach links führt ein Radweg nach Mimberg, wir fahren nach rechts über die Schwarzachbrücke in den Ort Ochenbruck (km 10,05) hinein. Entlang der Hauptstraße durchquert der Radweg die Ortschaft und setzt sich an seinem Ortsende in gerader Richtung fort.Karte05

Links von uns die stark befahrene Bundesstraße 8 und rechts einen lichten Kiefernwald fahren wir einige Kilometer dahin. Der Weg schwenkt nach links und erreicht Feucht (km 13,26). An der ersten Einmündung müssen wir vom Radweg auf die Straße. Wir fahren die Hauptstraße entlang, queren mit ihr einen Bach und biegen danach rechts in die zweite Einmündung (Straßenname „Spinnbahn“) ein. An einem Einkaufsmarkt mündet die Straße ein, wir fahren links auf eine Kreuzungsampel zu.

Links vor uns lugt der Kirchturm der St. Jakobuskirche herüber, rechts sehen wir das frisch renovierte Fachwerk des Feuchter Rathauses.

In Höhe des Rathauses zweigt gegenüber eine Einbahnstraße zu der Reichwaldhalle ab. Dort finden wir gleich zwei Museen nebeneinander. Links das Hermann - Oberth - Raumfahrt - Museum und rechts das Zeidelmuseum. Das Hermann - Oberth - Raumfahrt - Museum ist dem leben und Wirken von Herrn Professor Hermann Oberth gewidmet, der als „Vater der Raumfahrt“ gilt.

Das Museum ist geöffnet an Samstagen und Sonntagen jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung.

Das Zeidelmuseum erinnert an die jahrhundertelange Tradition des Zeidlerwesens im Nürnberger Reichswald. Öffnungszeiten: Sonntag von 13.30 bis 17.30 Uhr,


Mit der Hauptstraße fahren wir geradeaus durch den Ort bis wieder an einer großen Kreuzung mit Ampelanlage ankommen. Hier ordnen wir uns in die Geradeausspur ein und fahren auf der anderen Seite in die Bahnhofstraße. Links eine Parkanlage, an der wir entlang fahren. An der nächsten Kreuzung geht es links und dann gleich wieder rechts. Geradeaus folgen wir dem Straßenzug. An einer Wegegabel steht ein kunstvoll gestalteter Bogenschütze. Wir folgen seinen Pfeilen und fahren die Weisenseestraße entlang.

Mit den Gebäuden der ehemaligen „Muna“ verabschieden wir uns von Feucht (km 16,65) und queren ein Bahngleis, das hinter dem Zaun eines aufgegebenem Treibstofflagers verschwindet. Gleich dahinter geht es nach rechts. Die Straße führt uns in einem großen Bogen um das ehemalige Gelände des Airfields Feucht herum. An der ersten Abzweigung biegen wir nach links ab. Am Ende der Straße ist schon das Gebäude des Postfrachtzentrums zu erkennen.

Das Airfield ist inzwischen ein Gewerbegebiet geworden. Der übriggebliebene Tower erinnert noch an die Vergangenheit. Wir passieren zwei Kreisverkehre, bleiben aber in der geraden Richtung. Der Radweg führt uns über die Anschlussstelle Langwasser.

Entlang der Gleiwitzer Straße führt uns der Radweg zurück nach Nürnberg. Wir wechseln zweimal an Ampeln die Straßenseite und erreichen schließlich die Beuthener Straße (km 23,77). Wir queren nach rechts und fahren ein Stück Radweg. Er endet, und wir müssen auf die Fahrbahn. Die Beuthener Straße beschreibt einen Bogen. Wir fahren an seinem Ende hinter der Tribüne des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in der Zeppelinstraße weiter. Später heißt die Straße „Herzogstraße“. An der Stelle, an der sie nach links zur Bayernstraße abknickt, fahren wir nach rechts in einen Fußgängertunnel unter dem Bahngleis hindurch. Auf der anderen Seite der Regensburger Straße geht es in die Waldluststraße (km 26,20). Immer geradeaus fahren wir durch Zerzabelshof. Am Ende der Zerzabelshofer Hauptstraße gelangen wir an einen Kreisverkehr (km 26,96). Hier geht es nach rechts in die Bingstraße und zurück zum Nürnberger Tiergarten (km 28,39).

Wer möchte, kann die Route auch als „Overlay“ für die digitalen topographischen Karten des Landesvermessungamtes Bayern (als CD unter dem Titel „TOP 50, Bayern Nord“ im Buchhandel) per email anfordern.

Bernhard Zunner, Landratsamt Nürnberger Land, B.Zunner@nuernberger-land.de


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